Kräuter haltbar machen – Kräuterernte vom Balkon

Nachdem uns das Kräuterparadies auf unserem Balkon täglich mit den unterschiedlichsten Köstlichkeiten verwöhnt hat, kommt bald auch die Frage nach dem Winter. Was machen wir mit unseren Pflanzen, um sie auch im nächsten Jahr wieder zu genießen und woher diese liebgewonnenen Essensverfeinerer im Winter hernehmen?

Kurz: Wie kann man die Kräuter haltbar machen und so die Genußzeit verlängern?

Kräuter haltbar machen durch KonservierungZunächst eine Lösung für die Kräuterpflanzen. Sie werden zuerst auf 1/3 zurückgeschnitten. Vor dem Frost werden die Pflanzgefäße in Luftfolie und für die Optik in Jutetuch eingepackt (nur die Seiten und der Boden), das soll verhindern, dass die Erde mit den Wurzeln durchgefriert. Oben werden die Pflanzen mit Tannenreisig abgedeckt. Auch im Winter, wenn kein Frost herrscht, sollten die Kräuter 1mal pro Woche gegossen werden.

Um die abgeschnittenen Kräuterzweige für den Winter nutzen zu können und sie so haltbar machen, dafür gibt es je nach Geschmack und Vorlieben eine große Anzahl von Möglichkeiten.

Die einfachste Variante, die sich für fast alle Kräuter eignet, ist das Eingefrieren. Hier stellt sich nur die Frage, ob und wie ich die Zweige zerkleinere, denn dafür ausschlaggebend ist der Verwendungszweck. Sollen sie mitgegessen werden oder nur zum Aromatisieren (Kräuterbündel) dienen und vor dem Verzehr entfernt werden? Wichtig für den Erhalt der Aromen ist es, sie sofort nach dem Hacken in eine flache Dose zu geben und in den Tiefkühler zu geben, sie sollten so schnell wie möglich durchgefrieren.

Eine weitere Möglichkeit des Konservierens von Kräutern ist das Einlegen in Essig oder Öl. Hierbei geht der Geschmack der Kräuter in die Flüssigkeit über, sodass ich bei der Verwendung dieser Essige oder Öle gleichzeitig ein wunderbares Kräuteraroma bekomme. Ich kann mich dabei für ein Kraut entscheiden (z.B.Estragonessig) oder auch mehrere gleichzeitig verwenden (Kräuter der Provence), da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Wahl des Öls und des Essigs richtet sich auch hier nach den eigenen Vorlieben, am besten eignen sich solche ohne starken Eigengeschmack, da so die Kräuternote nicht verfälscht wird.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, die Kräuter sofort verzehrfähig haltbar zu machen, indem man sie zu Pesto verarbeitet. Hierbei werden die Kräuterblättchen zusammen mit anderen Zutaten wie z. B. Parmesan, Pinienkerne, und in jedem Fall Salz und Öl verarbeitet. Die meisten von uns kennen Pesto vom `Italiener´, grünes Basilikumpesto, das zu Spaghetti gegeben wird. Aber auch hier gibt es viele andere Möglichkeiten und mit etwas Fantasie entdecken Sie Ihr ganz persönliches Familienpesto, nicht nur zu Spaghetti, sondern auch zu Saucen, Gemüse und auf Fladenbrot super lecker.

Hier mein Pestofavorit ganz speziell für Petersiliefans:

Petersilienpesto mit Mandeln
50g glatte Petersilie
150g Bergkäse
150g Mandelstifte
20g getrocknete Apfelringe
etwas Salz und Pfeffer
200ml Rapsöl

Den Käse grob raspeln, Apfelringe grob zerschneiden ebenso die Petersilie, alle Zutaten in ein hohes Gefäß (Mixbecher) geben und mit dem Pürrierstab zerkleinern. In Gläser füllen und zum Bedecken etwas Öl obendrauf gießen.
Weitere Rezepte für hausgemachte Köstlichkeiten bei „Natürlich alles hausgemacht“ im ReadersDigest Shop
Bei Amazon gibts das Buch auch als Kindle Version zum Downloaden:

Als letzte Möglichkeit möchte ich noch kurz auf das Trocknen eingehen. Sie legen die Kräuterzweige (evtl. vorher waschen) auf Küchenkrepp aus an einen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung mit geringer Luftfeuchtigkeit, so dauert das Trocknen ca. 3-4 Tage. Sie können aber auch im Backofen trocknen (keine Zweige übereinander legen) bei 50° etwa 2,5 – 3 Stunden. Ebenso eignen sich spezielle Dörrautomaten, die für das Dörren von Früchten geeignet sind.


Kommentare

Kräuter haltbar machen – Kräuterernte vom Balkon — 1 Kommentar

  1. Ziemlich cool, was man mit Kräutern alles machen kann. Muss ich nächstes Jahr doch auch mal probieren – bisher nur die TK-Kräuter verwendet – aber scheint ja richtig gut zu gehen…vor allem das Pesto ist für Kantinenesser und Aufwärmer wahrscheinlich der Bringer… Spaghetti mal anders und aus dem eigenen Blumentopf verfeinert…

Schreibe einen Kommentar