Mehr als Hugo… Holunder kann viel mehr

Holunder Rohstoff bis ErgebnisSeitdem der Sommercocktail Hugo vor einigen Jahren zum Must-Have jedes Events und jeder Party gehört, erlebt der Holunderblütensirup sein großes Comeback. Doch die Blüten können mehr als nur Sirup.
Als begeisterter Wanderer in unseren heimischen Weinbergen begegnen mir die Holundersträucher in großer Anzahl. Während ich früher eher achtlos an ihnen vorbei ging, schaue ich jetzt, seitden ich weiß wozu die Blüten zu verwenden sind, ob ein Strauch als Ernteobjekt geeignet ist und in welchem Reifestadium sich die Blüten befinden.

Schon im Mittelalter galt der Holunder als Heilpflanze und somit als Heiliger Baum. Er war praktisch die einzige Apotheke, die jeder zur Verfügung hatte und gehörte in jeden Hausgarten. Das Umhacken eines Holunderbaumes bedeutete den sicheren Tod. Als Heilmittel wurden die Blüten, die Beeren und die Rinde verwendet.
Mai bis Juli ist die Blütezeit des Holunders. Aus den Blüten wurde größtenteils Tee hergestellt, das heißt, sie wurden erst einmal getrocknet und somit auch haltbar gemacht. Sein Einsatzgebiet waren alle Infektionen wegen seiner fiebersenkenden und schweißtreibenden Wirkung. Holunderblütenessig wurde als blutstillende Wundauflage genutzt und zum Einreiben bei rheumatischen Beschwerden.
Aus den Holunderbeeren wurde ein Saft hergestellt, der auf Grund seines hohen Vitamingehalts die Imunabwehr steigerte und heiß getrunken gegen Halsschmerzen und Erkältungskrankheiten half.

Ich möchte mein Augenmerk heute jedoch nicht auf den medizinischen Nutzen, sondern auf die vielfältigen kulinarischen Möglichkeiten richten, die uns die Holunderblüten bieten. Jetzt, wo die herrlich duftenden Blüten in großen Mengen in der Natur zu finden sind, ist der richtige Zeitpunkt, um einige besonders raffinierte Rezepte auszuprobieren. Denn außer dem bekannten Sirup gibt es noch vielfältige andere Leckereien aus Holunderblüten.

Zunächst war mir erst einmal der pure Blütengeschmack wichtig und als erstes habe ich ein Holunderblütengelee gekocht, bei dem als Geschmacksverstärker nur Zitronensäure und einige Zitronenscheiben zugesetzt wurden. Das Ergebnis war ein extrem fruchtiges und intensives Gelee, das allen Fans von süßen Brotaufstrichen super geschmeckt hat.

Zur gleichen Zeit der Holunderblüte reifen häufig auch schon die ersten Erdbeeren und der Rhabarber ist ebenfalls zur Ernte bereit, somit habe ich mich entschlossen, sie mit den Blüten zu kombinieren. So entstand eine Rhabarber-Erdber-Holunderblütenmarmelade, für die die Blüten mit einer Schere von den Stielen abgeschnitten wurden, um sie in der Marmelade zu belassen. Als zweites habe ich nur Erdbeeren verwendet. Hierfür wurden die Holunderblüten mit Rosewein übergossen, über Nacht ziehen gelassen und durch ein Tuch oder ein feines Sieb abgegossen. Anschließend wurde der Wein mit Zitronensäure und Gelierzucker zum Kochen gebracht, die Erdbeeren zugefügt und 4 min. sprudelnd gekocht.

Aber außer Marmeladen lassen sich noch andere Verzehrmöglichkeiten entdecken. Die Blüten lassen sich auch in einen Teig tauchen, in Fett (z.B.Friteuse) rausbacken und mit Zimt oder Puderzucker bestreut, genießen. Es eignet sich ganz normaler Pfannkuchenteig und wer es etwas aufwendiger mag, nimmt Bierteig oder Proseccoteig.

Wenn es mir gelungen ist, etwas Lust zu machen auf die vielfältigen kulinarischen Möglichkeiten mit den tollen Blüten unseren heimischen Baumes, freue ich mich. Eine Anmerkung noch zum Schluß, egal was sie jetzt zaubern aus diesem Multitalent Holunderblüte, es ist in jedem Fall einzigartig und in keinem Geschäft zu kaufen und die Holunderblütezeit ist auch nur einmal im Jahr.


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